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Artikel: Studienlage zu gewichteten Hilfsmitteln

Studienlage zu gewichteten Hilfsmitteln

Die robusteste Evidenz liegt für gewichtete Decken vor. Die randomisiert-kontrollierte Studie von Ekholm, Spulber und Adler (Journal of Clinical Sleep Medicine, 2020) untersuchte 120 Erwachsene mit Major Depression, bipolarer Störung, generalisierter Angststörung oder ADHS. Nach vier Wochen zeigten knapp 60 Prozent der Patient:innen mit Gewichtsdecke eine Halbierung des Insomnia Severity Index, gegenüber 5,4 Prozent in der Kontrollgruppe. Auch Tagesmüdigkeit, Angst und depressive Symptome gingen signifikant zurück.

Eine systematische Übersicht im American Journal of Occupational Therapy (Eron et al., 2020) bestätigt den Trend zur Angstreduktion, weist aber auf methodische Heterogenität vieler Einzelstudien hin. Mullen et al. (2008) zeigten in einer Pilotuntersuchung, dass Erwachsene unter einer 13 kg schweren Decke signifikant niedrigere elektrodermale Aktivität und Angstwerte berichteten, ohne dass Blutdruck, Puls oder Sauerstoffsättigung in einen kritischen Bereich gerieten. Eine aktuelle Übersicht in Frontiers in Psychiatry (2024) fasst zusammen, dass Gewichtsdecken nebenwirkungsarm sind und insbesondere bei Ein- und Durchschlafproblemen ein günstiges Wirkungs-Nutzen-Profil zeigen.

Für tragbare Formate wie Gewichtswesten ist die Evidenzlage gemischter. Ein systematischer Review (Stephenson und Carter, 2009) bewertet die Studien bei Kindern mit ADHS und Autismus-Spektrum-Störungen uneinheitlich. Eine Crossover-Studie an Kindern mit ADHS berichtete verbesserte Aufmerksamkeit und „On-Task"-Verhalten, andere Untersuchungen konnten keinen statistisch belastbaren Effekt nachweisen. Daraus ergibt sich der derzeitige wissenschaftliche Konsens: Gewichtete Hilfsmittel können einen relevanten Beitrag zur Selbstregulation leisten, ersetzen aber keine etablierten Therapieformen.

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