Artikel: Was ist Tiefendruckstimulation?

Was ist Tiefendruckstimulation?
Tiefendruckstimulation bezeichnet einen gleichmäßig verteilten, leichten bis mittleren Druck auf größere Hautareale. Dieser Druck aktiviert Mechanorezeptoren in Haut und Muskulatur, die ihre Signale über afferente Bahnen zum Hirnstamm senden.
Zwei kontrollierte Studien haben gemessen, was dabei im vegetativen Nervensystem passiert. Bei 50 Erwachsenen sank unter einer Druckweste die sympathische Aktivierung, während die parasympathische zunahm (Reynolds et al., 2015, American Journal of Occupational Therapy). Bei einer Weisheitszahn-Operation, also unter echtem Stress, hielt Tiefendruck das Verhältnis zwischen Sympathikus und Vagus messbar stabiler als in der Kontrollgruppe (Chen et al., 2016, Journal of the Formosan Medical Association). Beide Arbeiten sind randomisiert kontrolliert, beide klein.
Damit verschiebt sich das Verhältnis zwischen Aktivierung und Beruhigung in Richtung „Rest and Digest". Für Menschen unter akutem Stress oder bei Reizüberflutung ist genau dieser Wechsel oft schwer eigenständig herzustellen. Hier setzt das Prinzip an, das gewichteten Decken, Westen oder einer Jacke wie Kija zugrunde liegt.

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