Artikel: Warum das Üben zu Hause entscheidend ist

Warum das Üben zu Hause entscheidend ist
In der Psychotherapieforschung gilt seit Längerem: Was in der Sitzung besprochen wird, entfaltet seine Wirkung erst, wenn es zwischen den Sitzungen geübt wird. Eine Meta-Analyse von Kazantzis und Kolleg:innen (2016) fasst 17 Studien mit 2.312 Klient:innen zusammen. Für die Menge der erledigten Hausaufgaben ergibt sich am Behandlungsende ein Effekt von Hedges' g = 0,79 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,57 bis 1,02), also ein mittlerer bis großer Zusammenhang mit dem Therapieergebnis. Eine frühere Übersicht desselben Autorenteams fand den Befund über verschiedene Störungsbilder hinweg, von Angst über Depression bis Substanzkonsum (Kazantzis et al., 2010).
Im DBT-Kontext ist die Generalisierung von Skills, also die Übertragung gelernter Strategien in den Alltag, sogar einer der zentralen Funktionsbereiche der Therapie (Linehan, 2015). Diary Cards, Telefoncoaching und schriftliche Übungsaufgaben sind keine pädagogische Zugabe, sondern Wirkbestandteil. Eine Auswertung von 56 Behandlungsverläufen in einem intensiven ambulanten DBT-Programm zeigt, dass die Erledigung von Skills-Hausaufgaben mit geringerem Druck zu selbstschädigendem Verhalten zusammenhängt (Edwards et al., 2021). Es handelt sich um einen Zusammenhang, nicht um einen Nachweis von Ursache und Wirkung.
Genau hier setzt das Konzept hinter Kija an. Die mit der Jacke kombinierten Übungen sind so gestaltet, dass Jugendliche sie selbstständig zu Hause durchführen können, im eigenen Tempo, ohne therapeutische Anleitung in jedem Moment. Das senkt die Schwelle, gelernte Strategien tatsächlich anzuwenden, und unterstützt jene Wiederholungsdichte, die in der Forschung als entscheidender Wirkfaktor beschrieben wird.

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